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Nieren & Gefäße / Eine Initiative der Genzyme GmbH
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Fragen und Antworten

  1. Was leisten die Nieren? Was ist ihre Aufgabe?
    Die Nieren sind Hochleistungsorgane.
    Zum einen stellen sie die „Kläranlage“ des Körpers dar: Über sie werden Giftstoffe und schädliche Stoffwechselendprodukte ausgeschieden, Wasser und Mineralstoffe aber wieder zurückgeführt. Doch das ist nicht alles: Die Nieren sind an der Blutdruckregulation beteiligt, sorgen für einen ausgewogenen Salz- und Wasserhaushalt des Körpers und produzieren darüber hinaus wichtige Hormone.
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  2. Was passiert beim Nierenversagen?
    Wenn die Nieren komplett versagen, kommt es innerhalb kürzester Zeit zu schweren Vergiftungserscheinungen, da Giftstoffe nicht mehr ausgeschieden werden können. Nierenersatztherapien wie die Dialyse (= „Blutwäsche“) oder Transplantation ermöglichen dann den schwerkranken Betroffenen zu überleben.
    Die Verfahren ersetzen die Entgiftungsfunktion der Nieren, aber nicht die anderen Funktionen wie Regulierung des Mineralstoffhaushaltes, des Blutdruck oder wie die Produktion der Hormone. Hier muss meist medikamentös „nachgeholfen“ werden.
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  3. Wieso haben chronisch nierenkranke Patienten Probleme mit dem Mineralstoffwechsel?
    Eine wichtige Aufgabe der Niere ist die Regulation von Mineralstoffen. Von vielen Stoffen wie Kalium oder Phosphat benötigt der Körper nur ein bestimmtes Maß. Eine zu große Menge kann den Körper belasten oder sogar krank machen. Was zu viel ist, wird bei nierengesunden Menschen einfach über den Urin entsorgt. Diese Möglichkeit haben nierenkranke Patienten nicht. Da die Dialyse aber auch nicht alle Stoffe entfernt, bleibt dann eine gewisse Restmenge im Körper, die sich kontinuierlich erhöht und zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Um das zu verhindern, sollten sich Dialysepatienten prinzipiell kalium- und phosphatarm ernähren.
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  4. Wohin führen zu hohe Kaliumwerte?
    Zu hohe Kaliumwerte können schlimmstenfalls zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen. Wenn der Patient Lebensmittel, die viel Kalium enthalten, von seiner Speisekarte streicht, kann er das „Kalium-Problem“ schnell in den Griff bekommen. Darunter fallen insbesondere: Einige Obst- und Gemüsesorten (Kartoffeln, Pilze, Bananen, Nüsse), Obstsäfte, Wein und Sekt, Marzipan und Schokolade.
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  5. Was passiert, wenn die Phosphatwerte ständig erhöht sind?
    Hohe Phosphatwerte sind „teuflisch“, da sie dem Patienten unmittelbar keinerlei Beschwerden bereiten, sondern erst nach Jahren schwerwiegende Folgen haben. Deshalb tun sich viele Patienten schwer mit der Phosphatkontrolle – denn Sie bemerken die erhöhten Werte nicht! Doch das ist ein folgenreicher Trugschluss: Erhöhte Phosphatwerte führen zu schweren Schäden an den Gefäßen und sind so indirekt für eine Vielzahl von Todesfällen verantwortlich. Sie forcieren eine bestimmte Form der Gefäßverkalkung, die Mediasklerose, die wiederum zu schweren Herz-Kreislauferkrankungen führt und so das Überleben drastisch gefährdet.
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  6. Warum ist ein „Zuviel“ an Calcium für chronisch nierenkranke Menschen problematisch - ist Calcium nicht gut für die Knochen?
    Calcium ist per se ein wichtiger Mineralstoff und als solcher Hauptbestandteil der Knochen und Zähne. Doch bei Dialysepatienten haben die Knochen häufig aufgrund von Hormonstörungen die Fähigkeit verloren, Calcium einzubauen. Entweder ist der Knochen „hyperaktiv“ und löst sogar noch Calcium aus seiner Masse heraus oder er ist komplett inaktiv, baut weder Calcium ein noch aus. Das Resultat ist das gleiche: Poröse Knochen trotz „Calciumüberschuss“ im Körper. Da der Überschuss nicht – wie beim Gesunden - über den Urin und nur unvollständig durch die Dialyse entfernt werden kann, bleibt also ein Teil des Calcium im Körper und kann sich, da es ja nicht „sinnvoll“ im Knochen gelagert wird, in Gefäßen und Weichteilen absetzen und so die Gefäßverkalkung begünstigen. Daher sollte der Calciumwert im Blutserum bei Dialysepatienten laut Empfehlungen der internationalen Leitlinien einen Wert von 8,4 - 9,5 mg/dl (= 2,1 - 2,4 mmol/l) nicht überschreiten.
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  7. Was haben Nieren und Gefäße miteinander zu tun?
    Der Zusammenhang zwischen Niere und Gefäße fällt erst ins Gewicht, wenn die Niere versagt. Dann gerät der Mineralstoffhaushalt durcheinander: Es entsteht ein Vitamin-D-Mangel, auch „schießen“ in der Regel die Calcium- und Phosphatwerte in die Höhe sowie auch ein bestimmtes Hormon der Nebenschilddrüse, das PTH. All das begünstigt die Entwicklung einer speziellen Form der Gefäßverkalkung, der Mediasklerose.
    Ein weiteres Bindeglied ist der Bluthochdruck. Ist die Niere kaputt, kommt es häufig zum Bluthochdruck. Das Problem: Der Hochdruck wiederum schädigt die feinen Gefäße extrem – schlimmstenfalls halten sie dem Druck nicht Stand.
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  8. Gefäßverkalkung – hat das nicht jeder früher oder später?
    Das, was landläufig als „Gefäßverkalkung“ bezeichnet wird, ist weniger eine Verkalkung als eine „Verstopfung“. Fette und andere Stoffe setzen sich in den Gefäßen ab und blockieren sie. Das ist zwar auch dem natürlichen Alterungsprozess geschuldet, wird aber im Wesentlichen durch „Lifestyle-Faktoren“ wie Rauchen, ungesunde, fettreiche Ernährung und Übergewicht und Bewegungsmangel hervorgerufen.
    Dialysepatienten leiden häufig zusätzlich zu dieser „Verkalkung“ an einer weiteren Form der Gefäßverkalkung, der Mediasklerose. Der gestörte Mineralstoff- und Hormonhaushalt lässt die weichen Muskelzellen in der Gefäßwand „verknöchern“, was zu schweren kardiovaskulären Erkrankungen führen kann. Diese Art der Verkalkung kann durch einen Überschuss an Calcium, z.B. auch durch die Gabe von zuviel Calcium-haltigen PB, verursacht werden.
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  9. Wie kann man der Gefäßverkalkung vorbeugen?
    Der „normalen Gefäßverkalkung“ kann man durch eine konsequente Änderung der Lebensgewohnheiten effektiv entgegenwirken. Werden Sie Nichtraucher, essen Sie maßvoll und gesund und bewegen Sie sich ausreichend. Achten Sie darauf, dass Ihr Blutdruck nicht zu hoch ist! Diabetische Patienten müssen darüber hinaus unbedingt darauf Acht geben, dass der Zucker richtig eingestellt ist.
    Dialysepatienten können ihrer nierenkrankheitsbedingten Sonderform der Gefäßverkalkung“, der Mediasklerose, entgegenwirken, indem sie ihren Mineralstoffhaushalt in den Griff bekommen. Achten Sie darauf, dass die Phosphat-, Calcium- und Parathormonwerte in den Zielbereichen bleiben. Nehmen Sie entsprechenden die Hinweise und Empfehlungen Ihres Nephrologen ernst!
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  10. Wieso stellen chronisch Nierenkranke eine „Hochrisikogruppe“ für Gefäßerkrankungen dar?
    Bei abnehmender Nierenfunktion beginnt der Mineralstoff- und Hormonhaushalt, durcheinander zu geraten. Der Patient spürt das zwar im Alltag gar nicht, aber die zu hohen Phosphat-, Calcium- und Parathormonwerte, katalysieren die Mediasklerose, eine ernst zunehmende Gefäßerkrankung, die sogar zu Infarkten oder plötzlichem Herzstillstand führen kann.
    Chronisch nierenkranke Menschen bilden daher eine Risikogruppe für die Mediasklerose – und sollten alles daran setzen, ihren Mineralstoffhaushalt in Balance zu halten.
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  11. Was ist diese bei Dialysepatienten häufig auftretende „Mediasklerose?
    Bei der Mediasklerose „verstopfen“ die Gefäße nicht durch Ablagerungen („Plaque“) an den inneren Gefäßwänden, sondern sie erstarren und „versteinern“. U.a. durch zu hohe Phosphat- und Calciumwerte wird ein aktiver Umwandlungsprozess in der mittleren Gefäßwand (=“Media“) angestoßen: Die glatten Muskelzellen der Media bilden sich in knochenähnliche Zellen um. Die Folge: Statt flexibler Gefäße, welche die Arbeit des Herzen unterstützen, hat der Patient steinharte, „verknöcherte“ Adern, die nicht mehr „mitarbeiten“. Das Herz wird nun deutlich mehr belastet.
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  12. Das Phosphat gilt als eine der Hauptursachen für die gefährliche Mediasklerose, aber wird es denn nicht durch die Dialyse entfernt?
    Die „Standard-Dialyse“ (3x pro Woche 4-5 Stunden) reicht in der Regel nicht aus, um das gesamte überschüssige Phosphat herauszufiltern. Bei normaler Ernährung bleibt immer eine Differenz bestehen – d.h. es wird mehr zugeführt als über die Dialyse entfernt werden kann. Der Phosphatspiegel steigt dann kontinuierlich und erreicht schnell kritische Werte.
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  13. Was kann ich tun, um meine Phosphatwerte in Griff zu bekommen?
    Eine Möglichkeit ist, die Phosphatzufuhr über die Nahrung zu kontrollieren und reduzieren. Extrem phosphathaltige Lebensmittel wie Schmelzkäse, Cola oder Geschmacksverstärker (Glutamat u. ä.) sollten komplett vermieden werden. Aber selbst, wenn man solche Lebensmittel weglässt, kann es bei einer ansonsten normalen Ernährung zu einem „Phosphat-Überschuss“ kommen. Sehr starke Diätrestriktionen sind nicht immer zu empfehlen, da die Gefahr einer Mangelernährung bestehen kann. Stattdessen sollten die entsprechenden Medikamente („Phosphatbinder“) eingenommen werden, die das Phosphat aus dem Körper „entsorgen“.
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  14. Wo finde ich Ernährungstipps?
    Es gibt zahlreiche Bücher und Broschüren zum Thema Ernährung für Dialysepatienten. Gerne können Sie Sich ausführliche Broschüren zum Thema PEP im Bereich "Service" bestellen.
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  15. Was sind „Phosphatbinder“?
    Phosphatbinder sind Substanzen, die Phosphatmoleküle an sich binden und anschließend über die normale Verdauung entsorgt werden.
    Es gibt verschiedene Phosphatbinder-Sorten – metall- oder calciumhaltige, aber auch metall- und calciumfreie.
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  16. Wann und wie muss ich Phosphatbinder einnehmen?
    Phosphatbinder müssen direkt zu den Mahlzeiten eingenommen werden, damit das Phosphat gebunden und über den Darm ausgeschieden wird, bevor es in das Blut gelangt. Es bringt also nichts, den Phosphatbinder Stunden vor oder nach dem Essen einzunehmen – was im Klartext bedeutet, dass man diese Medikamente weder „nachholen“ kann, sollte man sie mal vergessen haben, noch kann man sie „auf Vorrat“ einnehmen. Stattdessen macht es Sinn, immer ein paar Tabletten für den Fall der Fälle bei sich zu tragen.
    Die Dosis sollte sich optimalerweise nach dem Phosphatgehalt der Mahlzeit richten. Ist sie sehr phosphatreich, sollten mehr Tabletten eingenommen werden als bei phosphatarmer Kost. Mit dem Phosphat-Einheiten-Programm ist es kinderleicht, den Phosphatgehalt und somit die richtige Dosis des Phosphatbinders zu überschlagen. .
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  17. Was kann ich als Dialysepatient selbst tun, um meine Gefäßgesundheit zu erhalten?
    Achten Sie darauf, dass Ihre Phosphat und Calciumwerte im Normbereich sind und bleiben. Besonders den Phosphatwert haben Sie selbst in der Hand, sie können ihn durch phosphatarme Kost und durch die korrekte Einnahme von Phosphatbindern positiv beeinflussen. Damit beugen sie der Mediasklerose, der Dialysepatient-spezifischen Form der Gefäßverkalkung, vor.
    Darüber hinaus sollte aber nicht vergessen werden, dass auch Dialysepatienten von der ganz „normalen“ Gefäßverkalkung betroffen sein können. Und so gilt auch für sie – wie für alle andere Menschen, die ihre Gefäßgesundheit erhalten möchten:
    Nichtrauchen!
    Gesund ernähren!
    Ausreichend bewegen!
    Blutzucker- und Blutdruckwerte in den Idealbereich bringen!
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